Die Dividende gibt es in diesem Jahr erst zu Weihnachten

Wegen der Corona-Krise muss die Raiffeisenbank Stauden ihre Vertreterversammlung schriftlich durchführen – Aufsichtsrat Peter Ziegelmeier scheidet nach 39 Jahren aus dem Aufsichtsrat aus

15.12.2020

Stauden
Erstmals in der Geschichte der Raiffeisenbank Stauden eG wurde die Vertreterversammlung nicht wie üblich als Präsenzveranstaltung, sondern pandemiebedingt im schriftlichen Beschlussverfahren durchgeführt. Unter den Augen von Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Wiblishauser sowie 1. Bürgermeister und Vertreter Gerald Eichinger aus Langenneufnach wurden die Stimmzettel ausgezählt. Neben den Beschlüssen zur Entlastung des Vorstands und Aufsichtsrats, der Satzungsänderung und einer dreiprozentigen Dividende wurde Ines Penzhorn aus Fischach als Nachfolgerin des altersbedingt ausscheidenden Peter Ziegelmeier in den Aufsichtsrat gewählt.

Rückblickend war für Vorstandsvorsitzenden Thomas Walter das Jahr 2019, das sich aus heutiger Sicht „gar nicht mehr real“ anfühlt, geprägt von Verunsicherung, ausgelöst durch eine schwächere Weltwirtschaft, eskalierende Handelskonflikte, geopolitische Spannungen und den weiterhin ungelösten EU-Austritt Großbritanniens. Von hoher Bedeutung war in 2019 die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank. Die EZB erhöhte den Zinssatz, den Banken an die Zentralbank zahlen müssen, von minus 0,4 auf minus 0,5 % Prozent. Damit liegen die Zinsen in der Eurozone so niedrig wie noch nie zuvor und ein baldiges Ende des Negativzinsumfeldes ist aus Sicht des Bankvorstandes, gerade jetzt vor dem Hintergrund der enormen finanziellen Staatslasten durch die Corona-Krise, sehr unwahrscheinlich.

Ein weiterer Trend unsere Zeit hat sich auch im Jahr 2019 beschleunigt – die Digitalisierung. Für viele Betriebe stellt die Digitalisierung eine große Herausforderung dar und ist auch für die Raiffeisenbank Stauden eG eines der aktuell wichtigsten Themen. „Das veränderte Kundenverhalten erfordert neue, einfache und vor allem sichere Möglichkeiten des modernen Bankings. Gerade Corona hat uns deutlich die Mängel in der Digitalisierung in Deutschland vor Augen geführt. Aber es hat uns auch gezeigt, was plötzlich möglich ist“, meint Walter zuversichtlich.

Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen hat sich die Raiffeisenbank Stauden eG in 2019 gut entwickelt. Die Bilanzsumme wuchs um 5,7 % auf rund 253,1 Mio. Euro. Erfreulich war die Entwicklung der Ausleihungen an Kunden. Diese konnten um knapp 7 % auf 113,4 Mio. EUR gesteigert werden. Auch die Einlagen nahmen inklusive Verbundanlagen um 26,5 Mio. auf insgesamt 340 Mio. Euro zu. Nicht unerwähnt ließ hier Vorstand Dominic Lauter, dass es für die längerfristige Vorsorge wesentlich bessere Anlagealternativen als Giro-, Spar- und Festgeldkonten gibt. Der Bilanzgewinn beträgt 236.699 Euro.

Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat wurde Bernhard Kugelmann aus Mittelneufnach wieder ins Aufsichtsgremium gewählt. Dagegen schied der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Peter Ziegelmeier aufgrund der satzungsmäßigen Altersgrenze aus. Damit endete eine 39-jährige erfolgreiche Ära. „Selbstverständlich wollen wir Herrn Ziegelmeier noch für sein langjähriges Engagement für die Raiffeisenbank Stauden gebührend ehren. Wir hoffen, dass dies in 2021 wieder unter relativ normalen Umständen bei der nächsten Vertreterversammlung möglich ist“, hofft Vorstand Thomas Walter. Als Nachfolgerin wurde Ines Penzhorn aus Fischach von den Vertretern gewählt.  Die Steuerfachangestellte ist vielen durch ihr hohes ehrenamtliches Engagement in der Kommunalpolitik und im Vereinswesen in Fischach bekannt.

Die Änderung der Satzung beinhaltete neben einigen Verdeutlichungen im Wesentlichen, künftige Vertreterversammlungen ganz oder teilweise schriftlich oder elektronisch durchführen zu können. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Wegfall der Haftsummenzuschläge bei den Geschäftsanteilen ab 01.01.2022.

Die Vorstände Thomas Walter und Dominic Lauter sowie Aufsichtsratsvorsitzender Michael Wiblishauser (hintere Reihe v.l.) hießen Ines Penzhorn als neu gewähltes Mitglied des Aufsichtsrates Willkommen. Peter Ziegelmeier (re.) schied nach erreichen der Altersgrenze aus diesem Gremium nach 39 Jahren Tätigkeit aus.